Lopez (Don Carlos Antonio), Präsident von Paraguay, geb. zu Asuncion 4. Nov. 1790, war ein Neffe des Diktators Francia, nach dessen Tod er 1841 zum zweiten Konsul und 1844 zum Präsidenten auf zehn Jahre gewählt wurde. Nach Ablauf dieser Periode wiederum gewählt, erhielt er 1857 das Recht, seinen Nachfolger zu bestimmen, und starb 10. Sept. 1862. Er öffnete das Land allmählich dem fremden Handel und der Einwanderung, legte den Grund zur Armee und zur Flotte, baute eine Eisenbahn und sorgte für den Unterricht. Francisco Solano L., Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. bei Asuncion 24. Juli 1827, wurde schon 1845 zum General ernannt und 1854 als bevollmächtigter Minister Paraguays nach Europa gesendet, um verschiedene Handelsverträge abzuschließen. Dann wurde er Kriegsminister und nach dem Tode seines Vaters, der ihn zu seinem Nachfolger bestimmt hatte, vom Kongreß 16. Okt. 1862 zum Präsidenten auf zehn Jahre gewählt. Sofort war sein ganzes Bestreben auf die Erhöhung der Kriegsmacht und der Verteidigungsfähigkeit des Landes gerichtet, sodaß das Heer im besten Zustand war, als im Okt. 1864 der Krieg mit Brasilien begann, den L. zwar mit zäher Widerstandskraft und Energie führte, aber auch mit größter Grausamkeit. (S. Paraguay.) L.wurde 1. März 1870 von brasil. Kavallerie am Aquidaban überfallen und getötet.