FeedLöten (frz. souder, engl. soldering)
TechnikBrockhaus 1882

Löten (frz. souder, engl. soldering), zwei Metallstücke in der Weise vereinigen, daß eine leicht schmelzbare Metalllegierung im geschmolzenen Zustand zwischen die beiden Stücke gebracht wird, welche beim Erstarren dieselben zusammenhält. Das verbindende Metall heißt Lot und zwar unterscheidet man Weichlot oder Schnelllot, auch Klempnerlot genannt, und Hartlot oder Schlaglot. Das Weichlot ist eine Metalllegierung aus 1 Teil Zinn mit 1—1,5 Teilen Blei. Dieselbe schmilzt sehr leicht, ist aber nicht sehr haltbar und wird gewöhnlich nur zum L. von Blei, Zinn, Zink, überhaupt solcher Metalle verwendet, deren Schmelzpunkt ein so niedriger ist, daß dieselben das L. mit dem schwerer schmelzbaren Hartlot nicht aushalten würden. Die mit dem letztern ausgeführte Lötung ist viel fester, weshalb die Anwendung des Hartlots für die schwerer schmelzbaren Metalle (Messing, Kupfer, Eisen, Gold,‚ Silber, Platina u. s. w.) vorgezogen wird. Die Zusammensetzung des Hartlots ist je nach dem zu verbindenden Metall verschieden. Um Eisen zu löten, wendet man meist Kupfer, seltener Messing an; am gebräuchlichsten ist ein Hartlot, welches aus 13 Teilen Kupfer und 10 Teilen Zink besteht. Dieses Lot wird in der Weise hergestellt, daß man zuerst das Kupfer in einem Tiegel schmilzt und dann das Zink hinzugibt; die flüssige Legierung gießt man in Wasser, welches man mittels eines Birkenbesens in Bewegung versetzt, wodurch das Metall granuliert (gekörnt) wird. Damit die durch das nachfolgende L. bewirkte Verbindung eine feste sei, müssen die Verbindungsflächen metallisch rein, d. h. frei von Oxyden sein. Zu diesem Zweck werden dieselben mittels Feilen, Schaber u. s. w. gereinigt und hierauf mit einer Substanz behandelt, welche sie bei der Erhitzung vor Oxydation schützt. Solche Stoffe sind Kolophonium, Stearin, eine Auflösung von Zink in Salzsäure (Lötwasser), Borax, Glas und phosphorsaures Natron. Beim L. mit Weichlot bedient man sich verschiedener Werkzeuge, mittels deren man das Lot zum Schmelzen bringt. Das gebräuchlichste derselben ist der Lötkolben (s. vorstehende Fig. 1), auch

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 186Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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