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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Lotto (lital.) oder Zahlenlotterie nennt man eine Art Glücksspiel, welches darin besteht, daß jemand aus den Zahlen 1—90 eine oder mehrere (höchstens fünf) auswählt und unter Einzahlung einer Summe darauf wettet, daß die gewählte Zahl oder, wenn mehrere gewählt sind, alle gewählten Zahlen sich unter denjenigen fünf Zahlen befinden werden, welche bei der nächsten Ziehung gezogen werden. Das L. ward in Genua zuerst erfunden. Es soll hier entstanden sein, indem man bei der Ergänzung des Großen Rates aus 90 aufgezeichneten Namen fünf ausloste, wobei es nicht wenige gab, welche auf die herauskommenden fünf Namen wetteten. Leicht ließen sich an die Stelle der Namen Zahlen setzen. Wer nur auf eine Nummer wettet, besetzt einen sog. Auszug. Zwei, drei, vier und fünf Nummern heißen Ambe, Terne, Quaterne und Quinterne. Wird die Wette, welche die Lottoanstalt acceptiert hat, verloren, so geht auch der Einsatz verloren, wird die Wette dagegen gewonnen, so erhält der Spielende so vielfach seinen Einsatz, als es der Lottoplan für den vorliegenden Fall verspricht. 22 alle Fälle läßt sich die Wahrscheinlichteit des Herauskommens der Nummern mathematisch unschwer berechnen. Da indes die Lottoanstalt die entstehenden Kosten tragen und decken muß und außerdem einen sehr erheblichen Gewinn bringen soll, so empfängt der Gewinner in allen Fällen weniger, als er erhalten müßte. Besetzt er einen Auszug und gewinnt, so sollte er 18fach seinen Einsatz erhalten; in der Regel erhält er ihn aber nur 16fach. Noch ungünstiger ist das Verhältnis bei der Ambe, Terne, Quaterne. Bei der letztern wird gemeinhin etwa nur der achte Teil derjenigen Summe von der Anstalt gezahlt, welche gezahlt werden sollte. Man rechnet, daß in der Regel der dritte Teil des Einsatzes von vornherein Gewinn des Unternehmers, der Anstalt ist. In mehrern Staaten wurde das öffentliche L. als Finanzquelle monopolisiert. Gegenwärtig erzielen Osterreich und Italien aus derselben noch bedeutende Einnahmen (Italien etwa 23 Mill. Lire).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 192Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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