Montgomery (Gabriel de), berühmter franz. Ritter, stammte aus einer aus Schottland nach Frankreich eingewanderten Familie und war Offizier in der schott. Leibgarde. Bei einem Turnier, das Heinrich II. von Frankreich 30. Juni 1559 zur Vermählung seiner Tochter Elisabeth mit Philipp II. von Spanien veranstaltete, forderte der König den jungen M. auf, einen Gang mit ihm zu machen. M. hatte das Unglück, den König mit dem Schafte seiner auf den ersten Anlauf zersplitterten Lanze unter das Visier durch das rechte Auge in den Kopf zu treffen. Heinrich II. starb an dieser Verwundung nach 11 Tagen. Hierauf ging M. nach England, wo er zum Protestantismus übertrat. Bei Beginn der Religionskriege kehrte er in sein Vaterland zurück, um für die prot. Partei die Waffen zu ergreifen. Er zeichnete sich vielfach aus, entkam den Metzeleien in der Bartholomäusnacht und floh nach England. Im April 1573 erschien er vor Larochelle mit einer kleinen Flotte, brachte durch eine Landung in der Normandie ein ziemlich starkes Korps Hugenotten zusammen und begann auf eigene Hand den Krieg. Von dem Marschall Matignon zu St.⸗Lö haxt bedrängt, wendete er sich nach dem Schlosse Domfront, wo er sich 27. Mai 1573 ergeben mußte. M. wurde 25. Mai 1574 auf dem Greveplatze enthauptet. Er hinterließ neun Söhne, die insgesamt tapfere Krieger waren.