FeedLüdecke (Karl Johs. Bogislav)
BaukunstBrockhaus 1882

Lüdecke (Karl Johs. Bogislav), Architekt, geb. 8. Mai 1826 zu Stettin, studierte auf der Bauakademie in Berlin, wurde 1852 Regierungsbaumeister, später Kreisbaubeamter in Pasewalk, war dann mehrere Jahre Lehrer an der Kunst⸗ und Bauschule in Breslau, deren Direktion er 1874 übernahm. Außer der Restaurierung mehrerer Kirchen (so in Pyritz in Pommern, Schulpforta und Breslau) und der Ausführung mehrerer Schloßbauten in Schlesien (3. B. zu Koppitz für den Grafen Schaffgotsch, zu Tillowitz für den Grafen Frankenberg, zu Gießmannsdorf für den Minister Friedenthal) baute L. die Rathäuser zu Striegau und Leobschütz und führte den Umbau des Schlosses Carolath bei Beuthen aus. Von 1864 bis 1867 leitete er den Bau der neuen Börse in Breslau, in der Folge den Umbau oder Neubau noch mehrerer Schlösser (so des Schlosses Silbitz für den Grafen Stillfried⸗-Alcantara, des Schlosses Steine bei Hundsfeld für den Grafen Henckel von Donnersmarck) und Kirchen (in Festenberg, Reichthal, Schömberg u. s. w.) Gegenwärtig ist er mit den Wiederherstellungsarbeiten an dem alten Rathause in Breslau thätig.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 215Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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