Ludwig IV., König von Frankreich, ward Ultramarinus, d'Outremer, d. h. der Überseeische genannt, weil seine Mutter Eadgive, die Tochter Eduards I. von England, ihn nach dem Tode des Vaters, Karls des Einfältigen, vor den Nachstellungen der Großen und des Gegenkönigs Rudolf von Burgund nach England geflüchtet hatte, von wo er erst 936, als Rudolf gestorben war, zurückkehren konnte. Die Unterstützung des mächtigen Hugo d. Gr. (s. d.) von Francien bewirkte seine Krönung; thatsächlich aber regierte doch Hugo im Namen L.s, der ihn durch Verleihung Burgunds noch mächtiger machen mußte. Später brachen zwischen ihnen Zwistigkeiten aus, obwohl Hugo den König 940 mit Gerberga, einer Schwester seiner eigenen Frau, Tochter Heinrichs I. von Deutschland, vermählt hatte, und 945 geriet L. sogar in die Gefangenschaft seines Schwagers, aus welcher ihn erst die Vermittelung Ottos I. d. Gr. befreite. Er starb 10. Sept. 954; ihm folgte sein unmündiger Sohn Lothar.