Ludwig IV., der Heilige, Landgraf von Thüringen 1217—27, Sohn Hermanns I. (s. d.), übernahm 1221 für seinen minderjährigen Neffen Heinrich den Erlauchten (s. d.) auch die Verwaltung von Meißen und der Ostmark. Durch die Besitzungen in Hessen geriet er in Fehden mit dem Erzbischof von Mainz: im Osten entriß er 1225 den Polen Lebus. Ein treuer Freund Kaiser Friedrichs II., wollte er mit ihm zusammen 1227 ein Kreuzzugsgelübde erfüllen, erkrankte aber gleich nach der Äbfahrt von Brindisi und starb 11. Sept. in Otranto. Seine Gebeine wurden nach Reinhardsbrunn gebracht, wo man ihn als Heiligen verehrte, obwohl er nie heilig gesprochen worden ist. Er war auch durchaus nicht mönchisch gesinnt, und die kirchlichen überschwenglichkeiten seiner Gattin, Clisabeth der Heiligen von Ungarn, traten erst nach seinem Tode hervor. Vgl. Bernecker, „Beiträge zur Chronologie der Regierung L.s des Heiligen» Königsb. 1880).