FeedLuini oder Luvini (Bernardino)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Luini oder Luvini (Bernardino), berühmter Maler der mailänd. Schule, geb. um 1470 in dem Flecken Luino am Lago-Maggiore, gest. um 1529. Er ist kein Nachahmer Leonardos da Vinci, sondern gehört vielmehr der einheimischen Schule Mailands an, welche durch Leonardo allerdings wesentliche Reformen empfangen hat. Daneben erscheint er aber. als ein durchaus selbständiger Künstler, welcher auf realistischer Basis sich herangebildet hat. Er vereinigt die zarteste Naivetät und Innigkeit mit der höchsten Schönheit. Sein Kolorit ist warm und reich, auch in den Freskobildern, seine Komposition und Zeichnung untadelhaft, der Ausdruck oft großartig. Zu seinen in der spätesten Zeit entstandenen Werken gehören eine Anzahl von Fresken aus dem Marienleben zu Saronno im Mailändischen (1525) und einige Bilder in der Brera zu Mailand. Die höchste Vollendung der Technik zeigen sein mit dem Lamme spielender Johannesknabe ein der Ambrosiana zu Mailand) und seine Herodias (in der Tribuna zu Florenz), die beide lange Zeit als Meisterwerke Leonardos galten. Seine Fresken finden sich sämtlich in Mailand und in der Umgegend; seine Hauptarbeiten sind Christi Geißelung in San-Giorgio, eine Dornenkrönung in San-Sepolcro (in 38 Tagen vollendet), eine Anbetung der Weisen in San-Custorgio, eine Madonna in Sta.⸗Maria delle Grazie, endlich mehrereausgesägte Fresken in der Brera, vor allem aber eine Madonna und eine kolossale Kreuzigung in Sta. Maria degli Angeli zu Lugano, um 1529 vollendet. — Sein Sohn, Aurelio L., war ebenfalls ein tüchtiger Maler.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 247Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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