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HeilkundeBrockhaus 1882

Lupus (Narbenflechte, Hautwolf, Lupus), eine chronisch umschriebene Entzündung der Haut und des Unterhautzellgewebes, welche mit der Bildung dunkelroter oder violetter, linsen-bis bohnengroßer runder Knoten und Knötchen einhergeht und je nach der Anordnung, Ausbreitung und weitern Entwickelung derselben unter verschiedenen Formen auftritt. Entweder erscheint die Oberhaut nahezu normal, die Lupusknötchen werden nach längerer oder kürzerer Zeit wieder resorbiert und es bleiben nur glatte oder strahlige Narben in der Haut zurück, d. i. der sog. nicht verschwärende Lupus (L. non exedens), der auch, wenn dabei eine leichzeitige immerwährende Abschilferung der Oberbant stattfindet, abschilfernder Lupus (L. exfoliativus) heißt; oder es bilden sich abnorme Wucherungen der Lederhaut, sodaß sich förmliche Wülste über die Haut erheben, d. i. der wuchernde oder hypertrophische Lupus (L. hypertrophicus), oder endlich die Lupusknoten zerschmelzen eiterig und bilden jauchende, immer weiter um sich greifende Geschwüre, die schließlich zur völligen Zerstörung des erkrankten Organs führen, d. i. der verschwärende oder fressende Hautwolf (L. exedens s. esthiomenos). Der L. befällt am häufigsten das Gesicht, insbesondere die Nase, die Schleimhaut des Gaumens, die Augenbindehaut, kommt meist im jugendlichen Alter, zwischen dem 9. und 15. Lebensjahre zum Ausbruch, ergreift mit Vorliebe das weibliche Geschlecht und ist nicht selten ein Symptom der skrofulösen Dyskrasie. (S. Skrofulose.) Die Behandlung ist eine chirurgische, rein örtliche; sie besteht in der Zerstörung der lupösen Infiltrationen durch Skarifikationen, Auskratzen mit dem scharfen Löffel, Atzmittel u. dgl. und bietet nur dann Aussicht auf dauernde Heilung, wenn alles Kranke gründlich entfernt und jeder Nachschub rechtzeitig im Keime zerstört wird. Nicht zu verwechseln ist der L. mit dem bisweilen auch als Hautwolf (s. d.) bezeichneten Frattsein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 261Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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