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GeschichteBrockhaus 1882

Macbeth, König von Schottland um die Mitte des 11. Jahrh. und Nachfolger des von ihm getöteten Duncan VII., ist als der Held des Shakspeareschen Trauerspiels bekannt, dessen der Sage entnommener Stoff aber mit den Ergebnissen der Geschichtsforschung nicht übereinstimmt. In Wahrheit war M. wie sein Vorgänger ein Enkel des 1033 verstorbenen Malcolm II. und hatte durch seine Gemahlin Graoch, die Enkelin des 1003 von Malcolm in der Schlacht erlegten Kenneth IV., ein besseres Anrecht auf den Thron als Duncan. Diesen letztern überfiel und tötete er 1039 zu Bothgowan bei Elgin, und nicht, wie bei Shakspeare, in seinem eigenen Schlosse Inverneß. Nach seiner Thronbesteigung zeigte sich M. als tüchtiger Regent, erregte aber durch seine Strenge die Unzufriedenheit der Großen und namentlich des mächtigen Than von Fife, Macduff, der nach England floh und Malcolm, des ermordeten Duncan Sohn, zur Rache aufforderte. Unterstützt von Siward, dem Grafen von Northumberland, kamen beide 1054 zurück, griffen M. an und eroberten sein Schloß Dunsinane. M. entkam und setzte den Krieg fort, bis er 1056 bei Lumphanan getötet wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 301Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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