Mäcon, Hauptstadt des franz. Depart. Saöne-Loire, in einer fruchtbaren, angenehmen und mit Landhäusern bedeckten Gegend, am Abhange einer Anhöhe, sowie am rechten Ufer der Saöne gelegen, über welche eine alte Steinbrücke mit 12 Bogen und schönen Bildhauerarbeiten führt, ist Station der Linien Paris-Lyon, M.⸗Genf und M.⸗Paray-le-Monial der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn, Sitz eines Tribunals erster Instanz, eines Handelsgerichts und zweier Friedensgerichte. Obschon der Ort im ganzen unregelmäßig und eng gebaut ist, hat er doch seit Beseitigung der Festungswälle schöne Promenaden, sehr schöne Kais und einen Flußhafen. Es befinden sich hier Reste eines Triumphbogens und Janustempels aus der Römerzeit und die Ruinen der alten Kathedrale St.⸗Vincent. Bemerkenswert sind die Präfektur (ehemals bischöfl. Palast), der Justizpalast, das Stadthaus mit der Mairie, einer öffentlichen Bibliothek von 7000 Bänden, einem kleinen Museum und einem Schauspielsaal und das Bronzedenkmal des hier geborenen Lamartine, von Falguière. Die Stadt besitzt ein Lyceum (in dem ehemaligen Jesuitenkollegium), ein Lehrerseminar, einen Kurs für Lehrerinnen, eine Zeichen- und eine theoretisch-praktische Uhrmacherschule, eine Ackerbau-, eine Gartenbau⸗ und eine Gesellschaft für Künste und Wissenschaften, ein Hötel-Dieu, drei Hospize, ein Departementalgefängnis und Korrektionshaus. M. zählt (1881) 18412 E., welche Kupferschmelzhütten unterhalten, Uhren, Eisen⸗, Kupfer⸗ und Messinggeräte, Ackerbaumaschinen, Wagen, Wollzeuge, Samt, Plüsch, Leder und Riemen, Leinwand und Fayence fabrizieren, auch Konfitüren, namentlich berühmte Marmelade aus Weinbeeren (Cotignac de M.) bereiten und bedeutenden Handel mit dem in den südwestl. Hügelgeländen wachsenden Mäconweine, sowie mit Getreide, Stabholz und Vieh treiben. M., das schon zu Cäsars Zeit bekannte Matisco im Lande der Aduer, im Mittelalter Matiscona oder Madascona, wurde frühzeitig der Sitz eines Bistums, welches seit der ersten Revolution aufgehoben ist. Früher nebst seinem Gebiete, der Landschaft Maconnais, eine eigene Grafschaft bildend, kam es 1228 an Frankreich, wurde 1435 von Karl VII. an den Herzog von Burgund abgetreten, 1477 aber von Ludwig XI. wieder mit Frankreich vereinigt.