Maffei (Francesco Scipione, Marchese), ital. Dichter und Archäolog, geb. zu Verona 1. Juni 1675, studierte im Jesuitenkollegium zu Parma und ging 1698 nach Rom, wo er wegen seines Gedichts auf die Geburt des Prinzen von Piemont (Rom 1699) in die Akademie der Arkadier aufgenommen wurde. Später trat er in Kriegsdienste, nahm unter seinem Bruder Alessandro im Spanischen Erbfolgekrieg an mehrern Feldzügen in Italien und Deutschland teil und wohnte 1704 der Schlacht von Höchstädt als Freiwilliger bei. Nach Italien zurückgekehrt, schrieb er Della scienza chiamata cavallerescaos (NRom 1710), Untersuchungen über die Bräuche der Alten bei Zwistigkeiten zwischen Privatpersonen. Großen Beifall fand seine in franz. Geschmack geschriebene Tragödie 4Meropen (Modena 1714; Vened. 1727 u. öfter). Auch sein Lustspiel«La ceremoniao wurde mit Erfolg auf die Bühne gebracht. Um das Studium der griech. Sprache unter seinen Landsleuten wieder zu beleben, berief er Lehrer, die er auf seine Kosten in Verona unterhielt. Die Entdeckung einiger wichtigen Handschriften in der Domkirche zu Verona führte ihn auf das Studium der Diplomatik, dem sein gelehrtes Werk 4Verona illustratay (Verona 1731—32; 5 Bde., Mail. 1825—27) zu verdanken ist. Nach Beendigung desselben bereiste er Frankreich, England, Holland und Deutschland. Er starb 11. Febr. 1755 in Verona, wo ihm auch ein Denkmal errichtet ward. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien zu Venedig (18 Bde., 1790). Sein Bruder, Alessandro, Marchese M., geb. zu Verona 3. Okt. 1662, nahm unter Kurfürst Maximilian Emanuel von Bayern an den Feldzügen gegen die Türken und gegen Frankreich teil, diente mit Ruhm im Spanischen Erbfolgekriege, wurde 1717 Feldmarschall und starb 1730 in München.