FeedMagazinverpflegung
GeschichteBrockhaus 1882

Magazinverpflegung wird diejenige Verpflegungsart der Truppen genannt, bei welcher diese ihren Mundbedarf nicht direkt den Mitteln des Landes, wo der Krieg geführt wird, entnehmen, sondern aus Magazinen beziehen, die in der Nähe angelegt und im Bewegungskriege dem Fortgang der Operationen entsprechend verlegt werden müssen. Darum eignet sich gerade für den letztern Fall die ausschließliche M. weniger, da die Rücksicht auf dieselbe leicht hemmend auf den Gang der Operationen einwirkt. Man wird aber auf dieselbe um so mehr Bedacht nehmen müssen, je weniger ergiebig der Kriegsschauplatz und je längere Zeit man auf derselben Stelle bleibt, was insbesondere im Positionskriege und bei der Cernierung und Belagerung von Festungen gilt. Im 18. Jahrh. hielt man sich wesentlich auf die M. angewiesen, was auf den Gang der Operationen hemmend wirkte, indem die Deckung der M. oft den Angelpunkt der letztern bildete. Durch die franz. Revolutionskriege gelangte das Requisitionssystem zur Geltung, wodurch größere Freiheit in den Operationen möglich wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 325Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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