Ghibellinen, im Mittelalter der Parteiname für die Anhänger des Kaisers, im Gegensatz zu den Guelfen oder Welfen (s. d.), der dem Kaiser feindlichen Partei des Papstes. Der Name kam jedoch erst im 13. Jahrh. in Italien auf, angeblich 1215 in den Parteikämpfen von Florenz, und ist in Deutschland nie gebräuchlich gewesen; er stammt nach Stälin von Waiblingen im Remsthal, einem Hofgut der fränk. anzen welches mit ihrer Erbschaft an die Hohenstaufen kam. Nach Sepp dagegen ist er die arab. übersetzung des Wortes Hohenstaufen, das die Araber als Monte-Gibello (Hochgipfel) auffaßten. Der blutige Kampf beider Parteien, welcher besonders in Oberitalien heftig wütete, und die Bürger fast aller größern Städte fortwährend in feindseliger Zwietracht gegeneinander erhielt, dauerte nicht bloß während der Regierungszeit der rw;r Kaiser, sondern fast das ganze ittelalter hindurch, und die Parteinamen erhielten sich in Italien, obschon die Anwendung derselben bereits durch Papst Benedikt XII. 1334 bei Strafe des Banns verboten worden war. Zum Symbol hatten die G. eine weiße Rose oder eine rote Lilie, die Guelfen einen Adler, welcher einen blauen Drachen, dessen Haupt statt der Krone mit einer Lilie geschmückt war, mit seinen Klauen zerriß.