Magliabechi (Antonio), vielseitiger Gelehrter, geb. zu Florenz 29. Okt. 1633, kam zu einem Goldschmied in die Lehre, widmete sich aber später ganz dem Studium der Sprachen und der Litteratur, wobei ihn vorzüglich Michael Ermini unterstützte, dessen Amtsnachfolger als Bibliothekar an der vom Großherzog Cosmus III. errichteten Bibliothek er wurde. In Bezug auf seine reichen Kenntnisse brachte der Pater Finardi aus seinem Namen (lat. Antonius Magliabeéchius) das Anagramm heraus: Is unus bibliotheca magna. Er starb 4. Juli 1714. Seine Bibliothek vermachte er dem Großherzog. Sie ist besonders der Handschriften und alten Drucke wegen berühmt. Ein Verzeichnis derselben gab Fossi in seinem Catalogus Codicum u. s. w. v (3 Bde., Flor. 1793—95). Seit ihrer nach 1859 erfolgten Vereinigung mit der großherzogl. Privatbibliothek, der Palatina, hat sie den Namen Biblioteca Nazionale erhalten. M. hat zu den Actis sanctorumo, dem Werke des Kardinals Bona: liturgiiso, wichtige Beiträge geliefert, auch mehrere seltene Werke neu aufgelegt. Von den zahlreichen an ihn geschriebenen Briefen gab Targioni, Konservator der Bibliothek M.s, mehrere Sammlungen (zusammen 5 Bde., Flor. 1745) heraus. Sein Leben hat Marmi beschrieben.