FeedMagnaten
GeschichteBrockhaus 1882

Magnaten (lat. magno-nati) heißen in Ungarn die Vertreter der vornehmsten adeligen Geschlechter, die Fürsten, Grafen und Freiherren (Barone), die nach der Verfassung von Geburts wegen an der Vertretung des Landes teilhaben und sich dazu in einer besondern Kammer (Magnatentafel) versammeln. Es gehören dazu die höchsten Reichswürdenträger, als: der Palatin, der Reichs⸗ und Hofrichter (judex curiae), der Ban von Kroatien, Slawonien und Dalmatien, der Schatzmeister (oder Tavernikus), die Kronhüter, die höchsten Hofbeamten und die Obergespane der ungar. Komitate, ferner alle ungar. Fürsten, Grafen und Freiherren. Außer diesen weltlichen M. sitzen an der ungar. Magnatentafel als «geistliche » M. die kath. und die griech.⸗orient. Erzbischöfe und Bischöfe, so- wie ein kath. Erzabt und zwei Prioren von Ungarn. In Polen hießen M. die geistlichen und weltlichen Senatoren oder Reichsräte und der hohe Adel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 339Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6