Makart (Hans), berühmter Maler, geb. zu Salzburg 28. Mai 1840, war ursprünglich zum Graveur bestimmt, bildete sich aber dann nach einem kurzen Besuche der wiener Akademie in München unter Pilotys Leitung, dessen historische Richtung ihn jedoch nicht beeinflußte. Zu seinen ersten Bildern gehören eine Leda mit dem Schwan, eine Scene aus den „Lustigen Weibern von Windsory nach Shakspeare und ein anmutiges Bildchen: das Kinfender Ritt Als er 1866 mit dem Bilde: ein schlafender Ritter läßt sich von schönen Nixen küssen, auftrat, zog er bereits die Aufmerksamkeit auf sich, die noch mehr durch sein Gemälde: Moderne Amoretten, gesteigertwurde. Mit dem dreigeteilten Bilde aber, das bald die «Pest von Florenzo, bald die „Sieben Todsündeno, bald der Traum eines Wüstlingso genannt wurde, ward er plötzlich zum Helden des Tags und sein Werk der Gegenstand der verschiedenartigsten Urteile. M. weilte 1869 in Rom und schuf hier nach Shakspeare: Julie auf der Bahre (Belvedere zu Wien). Im Auftrage des Grafen Pälffy, der auch die Modernen Amoretten angekauft hatte, malte er zwei Darstellungen der Abun—⸗ dantia (1871, des überflusses des Landes und des Meers) in großen Dimensionen. Viel Aufsehen erregte sein großes figurenreiches Historienbild: die Huldigung der Venetianer vor Catarina Cornaro (1873, für die Nationalgalerie zu Berlin erworben). Im J. 1876 entstand eine antike Spazierfahrt auf dem Nil. Den Gipfelpunkt seines farbenprächtigen Strebens bezeichneten dann: Einzug Karls V. in Antwerpen, die Jagd der Diana, der Sommer oder das Frauenbad, mehrere Auffassungen der sterbenden Kleopatra, die fünf Sinne als nackte Frauengestalten, alles Werke, welche bei höchstem koloristischen und Dekorationstalent dennoch Ernst und echte künstlerische Begeisterung vermissen lassen. M.s Verdienst ist dagegen der Einfluß auf Mode, Kleidung und Dekorationswesen, worauf er besonders durch den von ihm entworfenen Festzug anläßlich der Silbernen Hochzeit des österr. Kaiserpaares in Wien einwirkte. Er starb 3. Okt. 1884 in Wien.