Malermuscheln (Unionidae s. Najades) werden die zahlreichen (gegen 600) Arten einer über die ganze Erde, aber besonders in Nordamerika verbreiteten Muschelfamilie des süßen Wassers genannt; sie sind schwer zu unterscheiden und in so hohem Grade variabel und sich äußern Verhältnissen anpassend, daß wohl ein guter Teil der Arten nichts als Varietäten sein wird. Ihre meist leichten Schalen sind spiegelbildlich gleich, meist mit einem mehr in die Länge gezogenen vordern Teil, der im Schlamme sitzt und mit einer glänzenden grünen bis braunen und schwarzen Epidermis überzogen. In der Regel sind sie in der Nähe ihrer Vereinigung angefressen. Einige Formen zeigen Stacheln und manche sind mit einer (der rechten oder der linken) Schale festgewachsen. An den Tieren (s. unter Muscheltiere) sind die Mantelränder frei, in der Nähe der Kiemenöffnungen mit Fransen versehen, der Fuß ist groß, beilförmig, die erwachsenen Individuen haben keinen Byssus, wohl aber die Jungen. Die M. sind getrennt geschlechtlich, die Jungen durchlaufen 100. erste Entwickelung in dem Kiemenraum der Weibchen, der geräumiger als bei dem Männchen ist, daher die Schalen auch mehr bauchig erscheinen. Nach einigen Wochen schwimmen die anders wie die Alten organisierten Larven aus, setzen sich mittels ihres Byssus an die Haut von Fischen (namentlich an die Flossen der Gründlinge), diese wuchert und umschließt die Larve, die in dieser Hautanschwellung eine Metamorphose durchläuft, den Byssus verliert, aber nicht wächst. Nach etwa 10 Wochen verlassen sie als fertige kleine M. den Fisch. Die Schalen der M.werden als Farbennäpfchen benutzt, die Tiere von armen Bewohnern einiger Striche Frankreichs und Italiens, häufiger von nordamerik. Indianern und Chinesen genossen. Zu diesen Gruppen gehört auch die Fluß perlmuschel (Margaritana magaritiféera, s. Tafel: Mollusken, Fig. 5), die in Nordeuropa vorkommt und die Flußperlen liefert; diese werden besonders in den kleinen Flüssen Böhmens, Sachsens und Nordbayerns, aber auch in Schweden und Lappland gewonnen. Die Fischerei auf Perlenmuscheln ist meist Regal und wird verpachtet, bringt aber wenig ein; in einem Zeitraum von 117 Jahren betrug der Wert der Perlenausbeute in ganz Sachsen etwa 13000 Thlr. Künstliche Perlen bei deutschen Flußmuscheln zu erzielen ist noch nicht geglückt, wohl aber gelingt es mit chines. Arten. (Vgl. Perlmuscheln.)