FeedManunsschild
PflanzenreichBrockhaus 1882

Manunsschild, Pflanzenart, s. u. Androsace. Mannstollheit, s. Crotomanie und Nymphomanie. Maunstreu, Pflanzengattung, s. Eryngium. Mannszucht, im allgemeinen gleichbedeutend mit der militärischen Disciplin, umfaßt nicht allein die Subordination, sondern auch das sittliche Betragen des Soldaten. Strenger und unbedingter Gehorsam für jeden Befehl des Vorgesetzten ist die Grundlage der M., ohne welche weder das Heer im ganzen noch in seinen einzelnen Teilen bestehen kann. Zur Aufrechthaltung derselben ist dem Vorgesetzten eine gewisse Strafgewalt verliehen, doch wird er M. am besten erhalten, wenn er auf das Ehrgefühl wirkt und durch richtige, im Dienste strenge, sonst aber humane und vor allem gerechte Behandlung einen guten Geist bei seinen Untergebenen zu erwecken versteht. Mannus nannten, wie Tacitus berichtet, die Westgermanen, d. h. die Germanen westlich von der Oder, den Sohn des erdgeborenen Gottes Tuisto und leiteten von seinen drei Söhnen wiederum ihre drei Hauptstämme ab, die Ingävonen, Herminonen und Istävonen. Er bildete das letzte Glied des nicht bloß den Deutschen zugehörigen Mythus von dem Ursprunge des Menschengeschlechts und steht gleich dem ind. Manu als Urvater an der Spitze der mit Vernunft begabten Erdbewohner. Sein Name ist vielleicht abzuleiten von der indogerman. Wurzel man, denken. Seine weitern Nachkommen heißen daher auch einfach, wie er, man, oder mit einer Ableitungssilbe althochdeutsch mannisco, neu-Menchen Mensch, und die Erde als Wohnsitz der enschen altnordisch manheimr. Mano (ital.), Hand; d. m. oder m. d., in der Notenschrift Abkürzung für mano destra, d. h. rechte Hand; s. m. oder m. 8., soviel wie mano sinistra, linke Hand. Manoôl do Naseimento (Francisco), der berühmteste portug. Lyriker des 18. Jahrh., geb. zu Lissabon 21. Dez. 1734, studierte Theologie und bildete sich daneben für die Musik, wendete sich aber bald zur Litteratur und Poesie. Im J. 1778 vor die Inquisition gefordert, entwaffnete er den Diener derselben, der ihn festnehmen sollte, und flüchtete sich ins Ausland. Zwölf Jahre weilte er in Paris, lebte dann längere Zeit als Privatsekretär des portug. Gesandten im Haag, um schließlich die letzten 20 Jahre seines Lebens wieder in Paris zuzubringen. Er starb daselbst 25. Febr. 1819. Vorzüglich schätzt man seine lyrischen Gedichte und die übersetzung von Lafontaines Fabeln. Auch übersetzte er Wielands «Oberonv, Chäteaubriands «Nartyrso und das Epos des Silius Italicus (Punicav. Seine «Obras completaso gab er unter dem arkadischen Namen Filinto Elysio heraus (2. Aufl., 11 Bde., Par. 1817—19; neuere Liss. 1836—40). Seine hochberühmten, von horazischem Geiste belebten Oden wurden ins Französische übersetzt von A. M. Sané (Par. 1808). Manometer nennt man die zu den Dynamometern (s. d.) gehörenden Apparate, welche den Druck anzeigen, unter welchem eine Flüssigkeit oder ein Gas steht. Man kann alle M. in vier Klassen einteilen: offene Quecksilbermanometer, bei welchen der Druck der Flüssigkeit oder des Gases in einer Röhre eine Quecksilbersäule hebt, deren Höhe den Maßstab für die Größe dieses Drucks abgibt; 2) geschlossene Quecksilber-oder Kompressionsmanomẽter, bei welchen eine kurze Quecksilbersäule den Druck auf einen abgeschlossenen Raumteil atmosphärischer Luft überträgt, sodaß aus der Volumverkleinerung der letztern ein Rück⸗ „schluß auf die Größe des Drucks gemacht werden kann; 3) Kolbenmanom'ter, bei welchen der Druck einen in seinem Cylinder verschiebbaren, durch Gewicht und Feder belasteten Kolben bewegt; 4) Federmanometer, bei welchen die durch den rDruck bewirkte Formveränderung einer gebogenen Röhre oder elastischen Metallplatte zur Erkennung der Druckgröße dient. In der Praxis kommen nur noch die offenen Quecksilber⸗ und die Federmanometer vor, von denen die erstern am zuverlässigsten ewirken, aber schwerer in Stand zu halten und edarum auch weniger gebräuchlich sind. 4*.— Die ülder-Gef Fig. 1 und 2 zeigen ein sog. edie Quecksilbersäule direkt aus dem Quecksilbergefäß in die Höhe gepreßt wird; Fig. 3 stellt ein FJedermanomẽéter dar. Die M. geben gewöhnlich den in dem betreffenden Raum herrschenden Überdruck in Kilogrammen pro Quadratcentimeter an. Wenn demnach das M. auf 5 kg zeigt, so bedeutet dies, daß auf jeden Quadrateentimeter der Wandung des unter Druck stehenden Gefäßes ein Druck von 5 kg mehr als der Druck der atmosphä-Fig- I. Fig. 2. Fig. 3. Zu den M. gehören auch die Vacu ummẽ'ter, welche, ähnlich wie die Federmanometer konstruiert, nicht wie diese den überdruck, sondern die Luftverdünnung in einem Raum anzeigen und bei allen Vacuumapparaten Verwendung finden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 416Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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