Mannit, Mannazucker Ce HI406, bildet den Hauptbestandteil der Manna (s. d.), kommt außerdem aber auch in sehr vielen andern Pflanzensäften vor, entsteht bei der Schleim⸗ und Milchsäuregarung und läßt sich künstlich darstellen durch Einwirkung von Natriumamalgam auf Invertzucker. Man erhält ihn durch Auskochen von Manna mit Weingeist und wiederholtes Umkrystallisieren der in der Kälte ausgeschiedenen Krystalle. Der M. des Handels pflegt chemisch rein zu sein. Aus Wasser krystallisiert M. in dicken, durchsichtigen Säulen, aus Alkohol in seideglänzenden, sternförmig gruppierten Nadeln. Er löst sich leicht in Wasser, weniger leicht in starkem Alkohol, schmilzt ohne Zersetzung bei 165, siedet bei 200“, wobei der größere Teil in Mannitan verwandelt wird. Der M. verhält sich wie ein sechssäuriger Alkohol, er verbindet sich mit einzelnen Basen zu Mannaten, auch mit Säuren, wobei Mannithydrine und zusammengesetzte Ather oder Mannide entstehen. Von letztern hat man das Mannithexanitrat, Nitromannit, Mannitrin, Knallmannit als Explosivkörper in Vorschlag gebracht. M. findet vorzugsweise Verwendung in der Pharmacie.