Manuel (Nikol.), genannt Deutsch, namhafter Maler, wurde wahrscheinlich 1484 zu Bern geboren. Als Künstler scheint er in der colmarer Schule Martin Schöns seine Bildung empfangen zu haben; später, wahrscheinlich um 1511, wurde er für einige Zeit in Venedig Tizians Schüler, wovon sein Stil indes wenig Zeugnis gibt. In Bern angesiedelt, nahm er als Mitglied des Rats sowohl an den ital. Feldzügen wie an den reformatorischen Kämpfen der Schweiz Anteil. Er starb in Bern 30. April 1530. Sein Hauptwerk, ein auf die Umfangsmauer der dortigen Dominikanerkirche gemalter Totentanz, ist nur noch in Kopien vorhanden. Von seinen Ölgemälden und Zeichnungen finden sich die meisten in Bern und in Basel. Sein Stil hängt noch ganz deut—⸗ lich mit der scharfen und strengen Formbezeichnung der colmarer Schule zusammen; sein geistreiches Wesen aber macht sich geltend durch Heiterkeit der ganzen Darstellung und durch einen oft bizarren Humor. M. war auch als Poet, namentlich durch Fastnachtspiele, für die Reformation thätig. Seine Werke gab Bächtold (Frauenf. 1878) heraus. Von seinem Sohne Hans Rudolf M. rühren viele Holzschnitte in Seb. Münsters «Kosmographies her.