Margarin nennt man in der Technik den, beim Abpressen des schwerer erstarrenden Anteils zurückbleibenden Bestandteil des gereinigten Rinderfettes, welcher als Nebenprodukt bei der Darstellung der Kunstbutter (s. d.) gewonnen wird und ein wertvolles Material für die Kerzenfabrikation bildet. Altere Chemiker unterschieden eine besondere Fettart mit dem Namen M., es ist jedoch nachgewiesen, daß diese aus einem Gemenge von Stearin und Palmitin bestehe und daß auch die daraus abgeschiedene Margarinsäure ein Gemenge von Stearinsäure und Palmitinsäure sei. Die als chem. Verbindung anzuerkennende Margarinsäure CI7 HS4 02 läßt sich nicht aus den gewöhnlichen Fetten, sondern nur auf Umwegen aus dem im Walrat enthaltenen Cetylalkohol darstellen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 442Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei