FeedMarino oder Marini (Giambattista)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Marino oder Marini (Giambattista), ital. Dichter, geb. 18. Okt. 1569 zu Neapel, diente dem Herzog von Bovino, dann dem Principe von Conca und später dem Kardinal Pietro Aldobrandini, in dessen Gefolge er nach Turin kam, wo ihm ein Gedicht (IL ritrattop) auf den Herzog Karl Emanuel von Savoyen den Titel eines herzogl. Sekretärs verschaffte. In Streitigkeiten verwickelt ging er nach Paris, wo Margarete von Valois und nach deren Tode Maria von Medici seine Beschützerinnen waren. Im J. 1622 kehrte er nach Italien zurück, lebte auf dem Posilippo bei Neapel und starb daselbst 25. März 1625. Seine Hauptwerke, das heroische Gedicht Adones (Par. 1623; Lond. 1789 in 4 Bdn. u. öfter) und die Dichtung La strage degli innocentid (Rom 1633; Vened. 1635 u. öfter), sind reich an schlüpfrigen Schilderungen und kühnen, oft aber auch gesuchten Antithesen. Seine Sonette sind zum Teil vorzüglich. Seine Nachahmer, welche ihn in schwülstigen Bildern und gesuchten Wortspielereien noch überboten, bildeten die Richtung, welche als Marinismus in der ital. Litteraturgeschichte bekannt ist. Vgl. Bajacca, „Vita di Giambattista M. (Vened. 1625).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 459Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6