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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Mark bezeichnet die ursprünglich kölnische Gewichtseinheit, welche bis 1857 den deutschen Münzsystemen zu Grunde lag, sowie als Gold- und Silbergewicht im Handel und in der Fabrikation diente. Unter den deutschen Städten war seinerzeit Köln durch Größe, polit. Bedeutsamkeit und Handel die vornehmste. Es wurde die Hälfte des in 32 Lot geteilten kölnischen Pfundes unter dem bereits für das Jahr 1042 nachweislichen Namen Marks als Gewichtseinheit angenommen, in welcher man die Schwere und den Feingehalt sämtlicher Münzsorten und Geldeinheiten ausdrückte. Die Schwere der kölnischen M. ist nach Untersuchungen des ältesten in Köln noch vorhandenen Musterexemplars 233,8123 g. Die in den verschiedenen deutschen Staaten bei der Ausmünzung üblichen sog. akölnischeno Markgewichte wichen nur unbedeutend von dieser wahren kölnischen M. ab; die preußische M. z. B. (das halbe preuß. Pfund), welche die Münzmark aller Staaten des Deutschen Zollvereins wurde, war -233,8555 g, die österr. cwiener-kölnisches M. = 233,80 g. Die in Osterreich beim Münzwesen und als Silbergewicht vorzugsweise üblich gewesene wiener M. war 280,668 g = genau 1½ wiener-kölnische M. Auch in den skandinav. Staaten war bis in die neueste Zeit als Gold-, Silber- und Münzgewicht eine M. von verschiedener Schwere in Anwendung, in Frankreich früher ein Mare, in Italien, Spanien und Portugal ein Marco. Der span. Marco wurde auch nach dem span. Amerika verpflanzt, hat aber hier in neuester Zeit zum Teil dem metrischen Gewicht Platz gemacht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 461Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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