Marivaux (Pierre Carlet de Chamblain de), franz. Roman⸗ und Theaterdichter, geb. zu Paris 4. Febr. 1688, wurde 1742Mitglied der Französischen Akademie und starb 12. Febr. 1763. Er verfaßte 28 Lustspiele, 1 Tragödie, 4 Romane, Travestien und Schriften moralisierenden Inhalts. Die Lustspiele, äußerlich mannigfaltig, aber meist dasselbe psychol. Motiv behandelnd, in einem gekünstelten Stil und pointierten Dialog geschrieben, gaben den Anlaß zu einer Richtung des franz. Lustspiels, die man mit dem Ausdrucke Marivaudage bezeichnet. Glück auf der Bühne machten „Le jeu de Pamour et du hasard (1730), die Fausses confidenceso (1737), Le legso (1736) und La meère confidenter (1735). Seine abenteuerreichen Liebesromane, worunter die besten: „Vie de Mariannen (1731—41) und Le paysan parvenus (1735; neue Ausg. von Duviquet, 2 Bde., Par. 1865), sind zum Teil in Opposition gegen den gleichzeitigen lasciven Roman geschrieben und nicht ohne Verdienst, während die Travestien zu Homer bedeutungslos sind. Dem engl. Vorbild kam er bei weitem nicht nahe in seiner litterarisch-kritischen Wochenschrift, dem Spectateur françaisv. Eine Sammlung seiner dramatischen Werke erschien 1758 (5 Bde., Par.); seine sämtlichen Werke wurden von Duviquet herausgegeben (10 Bde., Par. 1825 —30); eine Auswahl seiner Dramen besorgten Moland (Par. 1875) und d'Heylli (Par. 1876). Vgl. Larroumet, M., sa vie et ses Euvresb (Par. 1882).