FeedMarstrand (Wilh.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Marstrand (Wilh.), ausgezeichneter dän. Maler, geb. 24. Dez. 1810 zu Kopenhagen, erhielt auf der dortigen Akademie seine erste künstlerische Bildung, die er von 1835 an in München und später bei einem längern Aufenthalt in Rom vervollständigte. Dort machte er sich hauptsächlich durch den humoristischen Heimzug einer Gesellschaft vom Oktoberfest bekannt. M. blieb lange dem Gebiete des humoristischen Genre treu, malte treffliche Bilder nach Holbergschen Charakteren, z.B. die Wochenstube, den polit. Kannegießer, Erasmus Montanus u. a., und brachte seine Beobachtungen gern in figurenreichen Bildern von Volksfesten u. dgl. zur Darstellung. In seinen letzten Jahren widmete er sich aber vorzüglich der histor. Malerei und leistete auch auf diesem Gebiet Bedeutendes, so z. B. die prächtigen Wandbilder in der Grabkapelle Christians IV. zu Roeskilde, und die Stiftung der kopenhagener Universität in der dortigen Aula. Seit 1848 Professor an der Akademie zu Kopenhagen, der er auch 185359 als Direktor vorstand, starb er daselbst 25. März 1873.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 489Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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