Masinissa oder Massinissa, König der Massylier in Numidien, der Sohn des Gula, war im zweiten Punischen Kriege seit 213 v. Chr. mit Karthago verbündet, angeblich weil ihm Hasdrubal (. d.), Gisgos Sohn, seine schöne Tochter Sophonisbe verlobt hatte, und kämpfte in Afrika und Spanien auf karthag. Seite, während Syphax, ein anderer numid. König, sich den Römern anschloß. Aber nach der Niederlage der Karthager bei Bäcula, 207 v. Chr., verbündeten die Karthager sich mit Syphax als dem mächtigern, der nun auch durch Sophonisbe, die er zur Frau erhielt, enger an Karthago geknüpft wurde, und vertrieben M. aus seinem Reiche, der sich (nach Livius) als Flüchtling mit wenigen Reitern dem Scipio anschloß, als dieser 204 in Afrika landete. Mit den Römern verbündet, kämpfte er nun gegen Karthago und gegen Syphax, der 203 besiegt in seine und durch ihn in röm. Gefangenschaft kam. Er verzieh Sophonisbe die Untreue und vermählte sich mit ihr; aber durch Scipio gedrängt, welcher fürchtete, daß sie den Gemahl auf karthag. Seite ziehen möchte, und ihre Auslieferung verlangte, sendete er ihr den Giftbecher. Die Römer belohnten ihn mit königl. Ehren und dem Lande des Syphax; nach der Schlacht bei Zama mußten ihn die Karthager als König des ganzen Numidien anerkennen. Nach Hannibals Vertreibung suchte er Stücke des karthag. Gebiets an sich zu reißen und wurde jedesmal von den Römern begünstigt. Endlich reizte er die Karthager zum bewaffneten Widerstand, und diesen Vorwand benutzten die Römer, um den Frieden auch für sich als gebrochen anzusehen. Den Karthagern wurde 150 v. Chr. Krieg (der dritte Punische) angekündigt, in dessen zweitem Jahre M., 92 J. alt, 148 v. Chr. starb. Sein Reich wurde unter seine drei Söhne Micipsa, Gulussa und Mastanabal geteilt; der Sohn des letztern war Jugurtha (s. d.).