FeedMast
VerkehrBrockhaus 1882

Mast nennt man den aufrecht stehenden, zur Aufnahme der Raagen etc. dienenden Baumstamm auf Schiffen. Da die M. auf Seeschiffen oft über 50 m lang sind, bestehen sie aus drei Stücken, von denen nur das untere M. heißt, während man das mittlere Stenge, das oberste Bramstenge nennt. See⸗ und größere Flußschiffe führen zwei bis drei M. (die großen Dampfschiffe der Neuzeit bisweilen vier bis sechs), von denen meistens einer höher als die übrigen ist und der große M. heißt. Vor dem großen M. steht der vordere oder Fockmast, hinter ihm der Besanmast. Ebenso gibt es eine große Stenge, eine Vorstenge und eine Kreuzstenge, sowie eine große Bramstenge, eine Vorbramstenge und eine Kreuzbramstenge. Wie der Länge nach, so bestehen die untern M. der schweren Kriegsschiffe auch nach der Stärke aus mehrern, miteinander verzahnten Hölzern; das mittlere heißt die Zunge, an welche die übrigen Wangen genau angelegt und durch eiserne Bänder festgehalten sind. Die Stengen hingegen bestehen nur aus einzelnen Bäumen. In der Neuzeit fertigt man die M. der großen, namentlich der Panzerschiffe aus Eisen, indem man aus angemessen starken Blechen Cylinder herstellt, die inwendig durch Winkeleisen verstärkt werden. Die eisernen M. haben zwar gegen hölzerne die Nachteile geringerer Elasticität und schwierigerer Reparatur, aber der Mangel an Hölzern von hinreichend starken Dimensionen hat notwendig zur Wahl des Eisens geführt. Auch sind die eisernen M. dauerhafter und vermitteln eine gute Ventilation im Schiffe. Auf der Spitze des M., dem Top, befindet sich ein starker Block von Eichenholz oder Eisen, das Eselshaupt, durch dessen rundes Loch die Stenge geschoben wird. Unterhalb des Eselshauptes (2— 3 m) ist der hölzerne M. durch starke Planken, die Backen, verstärkt. Auf ihnen liegen die Salinge und auf diesen die Marsen. Die M. stehen mit ihrem Fuß auf dem Kiel in einem Viereck, der Spur, und werden in den für sie bestimmten Löchern der Verdecke, den sog. Fischen, festgekeilt. Außer den M. haben die Seeschiffe am Vorderteil noch einen schräg herausliegenden Baum, das Bugspriet, mit einer vorn ausgeschobenen schwächern Verlängerung, dem Klüverbaum, und einer zweiten, dem Außenklüverbaum. Starke Taue, die Wanten und Stagen, halten den M. nach allen Seiten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 514Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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