Massys, Metsys oder Mess is (Quentin, [Quinten]), genannt der Hufschmied von Antwerpen, einer der größten Maler der niederländ. Schule, geb. zu Löwen, um 1460, trieb bis in sein 20. Jahr daselbst das Schmiedehandwerk und verfertigte, wie man glaubt, die eisernen Zieraten, welche dem Ziehbrunnen vor dem dasigen Dom zur Bedachung dienen. Als Maler lernte er bei einem Meister Rogier und trat 1491 in die Malergilde von Antwerpen. Er hat, die Kleinmalerei seiner Landsleute aufgebend, eine bis ins einzelnste gehende Darstellung der Menschengestalt in Lebensgröße gewagt und dabei den geistigen Ausdruck des Individuums mit bewußter Kraft dargestellt. Sein Kolorit ist nicht tief, aber von einem sanften Lichte durchdrungen, die ganze Behandlung frei und scharf; seine wahre Größe beruht in den ergreifenden, oft mächtigen Charakteren. Sein wichtigstes Werk ist die 1509 gemalte berühmte Grablegung mit ihren beiden Seitenbildern, gegenwärtig im Museum zu Antwerpen; auch das Leben der heil. Anna, in der St. Annakapelle der Peterskirche zu Löwen, ist von hoher Vortrefflichkeit. Echte Bilder von M. sind nicht häufig. M. starb in Antwerpen 1530. Die vielfach wiederholten lebensgroßen Genrebilder, zwei Wucherer, ein streitendes Ehepaar u. dgl., von welchen erstern sich das beste Exemplar in Windsor befindet, schreibt man seinem weniger bedeutenden Sohne Jan M. zu.