Mästung oder Mast nennt man die durch methodische Fütterung erzeugte Steigerung der Fett- und Fleischmasse beim Schlachtvieh. Je mehr die M. vorschreitet, um so größer wird die Aufspeicherung des Fettes, und zwar auch an außergewöhnlichen Körperstellen. Zuletzt folgt eine Verfettung der Gewebe selbst, so bei der übermästung oder Fettsucht. Bei fortschreitender Körperfülle, im Mastzustande, befinden sich die Tiere in einem unvollkommenen Gesundheitszustande. Gegen die neuerdings, zuerst in England, zur Mode gewordene übermästung der Tiere (Prämienvieh bei Ausstellungen) sind deshalb vom mediz. Standpunkte aus sehr berechtigte Einsprüche erhoben worden. Nur ein bloß angemästetes oder halbgemästetes Tier gibt das beste, das nahrhafteste, zugleich auch schmackhafteste Fleisch. Völlig ausgemästete Tiere liefern dagegen vorzugsweise Talg und Fett, und es fehlen ihrem Fleisch und Blut deren auf den Stoffumsatz wirksamste Substanzen. Um einen genügenden Mastzustand bei Tieren zu erreichen, sind denselben folgende Bedingungen zu gewähren: Ruhe, Reinlichkeit, Dämpfung des Lichts, sorgsame Wartung, Unterdrückung des Geschlechtsreizes und der Milchabsonderung, mäßige Wärme und eine kräftige Nahrung, in welcher stickstoffhaltige Bestandteile mit Kohlehydraten im richtigen Verhältnis gemengt sind. Als vorzügliche Mastfutterarten gelten: Schrot von Getreide und Hülsenfrüchten, Zuckerrüben, Turnips, Runkelrüben, Kartoffeln, Schlempe, Bierträber, Eicheln und Olkuchen; außerdem gutes Gras oder Heu von Wiesen und Feldern und als Getränk ein weiches, reines Wasser; daneben von Zeit zu Zeit angemessene Salzgaben. Man mästet vorzugsweise verschnittene Ochsen, Hammel, Rinder, Schafe, abgesetzte Kühe und Schweine; vom Kleinvieh: Kapaunen, Junghühner (Poules vierges), Truthühner, Gänse, Enten, auch wohl hier und da Karpfen. Neuerdings will man vom vollständigen Scheren der Haartiere (oder Absengen) großen Einfluß auf die Mästungsfähigkeit erzielt haben. Man unterscheidet: 1) Fettmast, bei überwiegender Fettabsonderung; 2) Fleischmast, bei richtigem Verhältnis zwischen Fleisch und Fett; 3) Kernmast, wenn die festen, gerinnbaren Stoffe gegenüber den flüssigen vorwalten; 4) aufschwemmende M., wenn das Gegenteil der Fall ist. Bei der M. muß der Stall stets warm, trocken und mit frischer Luft erfüllt sein. Vgl. Haubner, «Gesundheitspflege der landwirtschaftlichen Haussäugetierer (5. Aufl., Dresd. 1881); Gohren, «Die Naturgesetze der Fütterung der „landwirtschaftlichen Nutztieren (Lpz. 1872); Wolff, Die Ernährung der landwirtschaftlichen Nutztierer „(Berl. 1876); Settegast-Weiske, «Fütterungslehre⸗ „(4. Aufl., Bresl. 1878); e Kühn, «Die zweckmäßigste 3Ernährung des Rindvieheso (S. Aufl., Dresd. 1881). esoviel wie Onanie. Schriftsteller, geb. zu Bagdad gegen Ende des 9. Jahrh., begab sich schon als Jüngling auf Reisen und besuchte Persien, Indien, die Küstenländer des Kaspischen Meers, verschiedene Teile Afrikas, Spa3nien und das Byzantinische Reich. Er weilte 915 zu Istakhr, dem alten Persepolis, durchwanderte 916 Indien, begab sich hierauf nach Madagaskar und von dort nach Südarabien. M. starb in Altekairo 956. Sein Hauptwerk, «Alchbar alzemano betitelt, ist eine sehr umfassende Arbeit, aus der er selbst einen Auszug unter dem Titel Morudsch- „aldsehebo, d. h. «Die goldenen Wieseno (engl. von Sprenger, Bd. 1, Lond. 1841; Text mit franz. Übersetzung von Barbier de Meynard und Pavet de „(Courteille, Bd. 1—8, Par. 1861—74), veranstaltete. Das Werk bildet eine reiche Fundgrube für die „Geographie und die Erkenntnis der Kultur und der Geschichte des Orients. Kurz vor seinem Tode verfaßte M. ein noch nicht gedrucktes Werk: «Kitab al⸗ „tanbih, meist geogr. und histor. Inhalts.