Mathilde, Gemahlin Kaiser Heinrichs V., geb. 1104, vermählt 1114, war die Tochter des engl.⸗ normänn. Königs Heinrich I., der die 1125 verwitwete und heimgekehrte Kaiserin als seine Erbin anerkannte und 1129 mit Gottfried Plantagenet von Anjou vermählte. Aber sie vermochte nach dem Tode des Vaters 1135 ihren Anspruch auf die Nachfolge gegen den neuen König Stephan von Blois nicht zu behaupten und mußte 1147 in die Normandie flüchten, deren Gottfried (gest. 1151¹) sich bemächtigt hatte. Dagegen gelang es ihrem Sohne Heinrich II., Stephan 1153 zu dem Vertrage von Wallingford zu bringen, auf Grund dessen Heinrich 1154 Stephan in der Regierung nachfolgte und die neue Dynastie der Plantagenets in England begründete. M. starb selbst erst 1167.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 522Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei