Mauriner heißen die Mitglieder einer Kongregation der Benediktiner, welche sich um die Förderung der Wissenschaften große Verdienste erworben hat. Begründet wurde die Kongregation des heil. Maurus 1618 von dem Mönch Lorenz Benard; 1621 wurde sie von Gregor XV., 1627 von Urban VIII. bestätigt. Sie zählte 1652 bereits 40, Anfang des 18. Jahrh. sogar 180 Klöster. Den Mittelpunkt bildete das Kloster St.⸗Germaindes-Prés bei Paris. Die Französische Revolution machte den M. ein Ende, der letzte M. starb 1833 als Mitglied der Académie des inscriptions. Der Versuch, sie wieder ins Leben zu rufen (seit 1837), ist so gut wie erfolglos verlaufen. Die Wissenschaften der Geschichte und der Theologie verdanken den M. reiche Förderung. Die Disciplinen der Diplomatik, der Chronologie, der Philologie und der Altertumskunde haben sie durch bahnbrechende, zum Teil noch jetzt maßgebende Werke angebaut. Zur franz. und zu ihrer Ordensgeschichte haben sie das umfassendste Material gesammelt. Vor allem berühmt aber sind durch die Zuverlässigkeit des Textes und die Gelehrsamkeit der Einleitungen die Mauriner (oder Benediktiner) Ausgaben der Werke der meisten Kirchenväter.