Maximilian (II.) Maria Emanuel, Kurfürst von Bayern 1679—1726, der Enkel des vorigen und Sohn des Kurfürsten Ferdinand Maria und der Henriette Adelheid aus dem Hause Savoyen, geb. 11. Juli 1662, folgte s einem Vater 1679 unter der Vormundschaft seines Oheims, des Herzogs Maximilian Philipp von Bayern. Nachdem er die Regierung selbst übernommen, schloß er 26. Jan. 1683 mit Kaiser Leopold I. ein Bündnis, zog mit 12 000 M. der von den Türken belagerten Stadt Wien zu Hilfe und focht dann ruhmvoll im Interesse osterreichs in Ungarn und am Rhein. Er nahm Gran, kämpfte 1684 vor Ofen, 1685 bei Gran und Neuhäusel, führte 1686 dem Heere 8000 Mann zu und bäc Ofen erobern, trug 1687 zum Siege von Mohacs wesentlich bei und wurde 1688 beim Sturm auf Belgrad verwundet. Im J. 1685 vermählte er sich mit des Kaisers Leopold J. Tochter, Maria Antonia, führte 1689 sein Kontingent dem Reichsheere am Mittelrhein zu, wurde 1690 kaiserl. Generalissimus, führte 1691 ein Heer nach Italien, wo er Carmagnola eroberte, und wurde 1692 span. demielber in den Niederlanden. Doch noch in demselben Jahre starb seine Gemahlin, und mit dem Tode ihres einzigen hinterlassenen Sohnes 1699 erloschen die Ansprüche seines Hauses auf die span. Erbfolge. Er legte deshalb die Statthalterschaft nieder. Beim Ausbruche des Spanischen Erbfolgekriegs verband er sich mit Frankreich und bemächtigte sich der Städte Ulm, Memmingen, Neuburg und Regensburg. Doch nach den verlorenen Schlachten am Schellenberge und bei Höchstädt 1704 mußte er sein Land verlassen und wurde 30. April 1706 nebst seinem Bruder, dem Kurfürsten Joseph Clemens von Köln, der ebenfalls auf franz. Seite getreten war, vom Kaiser Joseph J. in die Acht erklärt. König Ludwig XIV. stellte ihn an die Spitze des franz. Heeres in den Niederlanden; doch erlitt er 1706 bei Ramillies eine Niederlage durch das engl.⸗holländ. Heer Marlboroughs und verlor ganz Brabant. Die Acht gegen ihn wurde erst im Badener Frieden von 1714 aufgehoben und M. wieder in Besitz seiner Länder gesetzt. Mit der Pfalz verglich er sich 1724 wegen der Reichsverwesung, die nun von beiden gemeinschaftlich geführt wurde. Zum zweiten mal hatte er sich 1694 mit einer Tochter König Johanns III. von Polen vermählt, die ihm eine zahlreiche Nachkommenschaft gebar. Er starb 26. Febr. 1726. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Karl Albrecht (1726—45), der als Karl VII. die deutsche Kaiserwürde erhielt. König Ludwig I. von Bayern errichtete M. in München ein Standbild.