Mayer (Karl Friedr. Hartmann), deutscher Dichter, geb. 22. März 1786 zu Neckarbischofsheim, widmete sich dem Studium der Rechte zu Tübingen, wo er sich mit Uhland, Justinus Kerner und Schwab befreundete, wurde 1809 Advokat zu Heilbronn, 1818 Assessor am Gerichtshofe zu Ulm, dann zu Eßlingen, 1824 Oberamtsrichter in Waiblingen. Im April 1843 siedelte er als Oberjustizrat beim Civilsenat des Gerichtshofs für den Schwarzwaldkreis nach Tübingen über, wo er auch, nachdem er in Ruhestand getreten, seinen Wohnsitz behielt. Im J. 1833 wurde M. von dem Bezirk Weinsberg zum Abgeordneten in die Kammer gewählt, in welcher er zur liberalen Opposition gehörte. Er starb 25. Febr. 1870. Seinen litterarischen Ruf begründete M. durch lyrische Gedichte, von denen er selbst eine Sammlung („Liedero, Stuttg. 1833) veranstaltete, die in der zweiten (1839) und dritten Auflage (1864) den Titel 4Gedichter erhielt. Dieselben sind durchweg Naturbilder von tiefster Innigkeit und echt poetischer Wahrheit, verbunden mit großem Wohllaut der Sprache. Sonst sind von seinen litterarischen Arbeiten noch zu erwähnen: Lenaus Briefe an einen Freundy (Stuttg. 1853), die Biographie Uhlands in dem Album schwäb. Dichterv (Geft 1, Tüb. 1861), seine Selbstbiographie (ebend., Heft 3, Tüb. 1864), und „Ludwig Uhland, seine Freunde und Zeitgenosseno (2 Bde., Stuttg. 1867].