Maltitz (Franz Friedr., Freiherr von), dramatischer und lyrischer Dichter, geb. 6. Juni 1794 zu Nürnberg, war 1826—27 russ. Geschäftsträger bei den Vereinigten Staaten, seit 1832 am preuß. Hofe, später außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister im Haag. Im J. 1854 zog er sich nach Boppard am Rhein zurück, wo er 25. April 1857 starb. M. hat sich besonders durch seine Fortsetzung des Schillerschen «Demetrius » (Karlsr. 1817) einen Namen erworben. Außerdem ließ er erscheinen Gedichteß (Karlsr. 1816), mehrere Trauerspiele und Phantasiebilder, gesammelt am malerischen Ufer der Sprees (Berl. 1834). Sein Bruder, Apollonius, Freiherr von M., geb. 11. Juni 1795 zu Gera, war längere Zeit russ. Geschäftsträger in Rio de Janeiro, seit 1836 in München und 1841—65 in Weimar, wo er 2. März 1870 starb. Talent zeigte M. namentlich für Sinngedichte und Poesien humoristisch-satirischen Inhalts. Seinen Poetischen Versucheno Garlsr. 1817) folgten der humoristische Roman „Geständnisse eines Rappen mit Anmerkungen seines Kutscherso (Berl. 1826), „Gedichter (2 Bde., Münch. 1838), «Dramatische Einfälles (2 Bde., Münch. 1838), Drei Fähnlein Sinngedichter (Berl. 1844), (Tricliniumo (Veim. 1856), Gedicht in drei Gesängen, und Vor dem Verstummen»(Weim. 1858), meist Sinngedichte enthaltend. Später schrieb M. noch mehrere Trauerspiele und Lustspiele. Beaulieu-Marconnay veröffentlichte M. Ausgewählte Gedichte. Mit einer Biographie des Dichterso (Weim. 1873).