FeedMegasthéênes
GeschichteBrockhaus 1882

Megasthéênes, Gesandter des Seleukos I. Nikator bei einem indischen Könige in Palibothra (Pataliputra) am Ganges, verfaßte Indicav, das Hauptwerk des klassischen Altertums über Indien. Die geogr. Angaben des M. sind genau, unter seinen sonstigen Berichten finden sich manche fabelhafte, auf einheimischen Erzählungen beru-Halten Angaben. Was von den Werken des M. eralten ist, hat Schwanbeck, Megasthenis Indicap (Bonn 1846) und nach ihm Müller im 2. Bande der „Fragmenta historicorum Graecorumo gesammelt. Megathérium wurde die typische und zuerst bekannte Gattung einer Familie von Riesentieren benannt, deren Reste vorzugsweise in den Thonen der Pampas Südamerikas gefunden werden. Es sind plumpe Tiere, in ihrem Skelettbau den Faultieren verwandt, mit kleinem, rundem Schädel, wenigen cylindrischen Backenzähnen, ohne Eck⸗ und Schneidezähne, kurzen Füßen, deren Knochen auffallend breit und deren Zehen mit großen Sichelkrallen bewaffnet waren, mit starkem Schwanze, auf den sie sich beim Auftreten stützen konnten. Man kennt mehrere Gattungen (Megatherium, Mylodon, Megalonyx, Scelidotherium), die man früher zum Teil mit den gepanzerten Riesentieren derselben Gegenden verwechselte, während sie behaarte Haut hatten. Fast vollständige Skelette finden sich jetzt in vielen Museen; das erste, 1789 entdeckt, kam nach Madrid und ist 4,5 m lang, 2,5 m Conversations-Lexikon. 3. Aufl. XI. hoch. Die kleinste Art (Scelidotherium minutum) hat dagegen nur die Größe eines Schweins.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 577Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6