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MusikBrockhaus 1882

Meininger, die durch ihre Gastspiele im In- und Ausland bekannt gewordene Hoftheatergesellschaft Meiningens. In theatergeschichtlicher Bedeutung verdankt die Gesellschaft dem Herzog Georg, der sich mit lebhaftestem Interesse seiner Hofbühne annahm, die Oper auflöste, alle disponiblen Mittel auf das Schauspiel verwendete und auch hier wieder das Bedeutende und Dauernde bevorzugte. Der Ausstattungsluxus wandelte sich unter seiner und seines Mitarbeiters Cronegk Leitung zu stilvoll echter Scenerie um. Die schauspielerischen Kräfte der M. durften ihren Stolz nicht in die Einzelwirkung setzen, sondern mußten sich als Teile des Ganzen betrachten und erzielen dadurch größere Gesamtwirkungen, als sie selbst von bedeutenden schauspielerischen Kräften anderer Bühnen erzielt werden. Das erste Gastspiel der M. begann Mai 1874 in Berlin am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater und verschaffte ihnen sofort einen bedeutenden Ruf. Seitdem hat die Gesellschaft auf zahlreichen deutschen Bühnen und auch im Auslande (Amsterdam, London, Petersburg) gastiert. Vgl. Prölß, Das herzogl. meiningensche Hoftheater und die Bühnenreformo (Dresd. 1876; 2. Aufl., Erfurt); H. Herrig, «Die M., ihre Gastspiele und ihre Bedeutung für das deutsche Theatere (2. Aufl., Dresd. 1879). Die von den M. aufgeführten Stücke wurden als «Repertoire des herzogl. meiningenschen Hoftheaters, offizielle Ausgabes (Dresd. 1879 fg.) herausgegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 588Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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