FeedMeiningen
GeschichteBrockhaus 1882

Meiningen, die Haupt⸗ und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen, liegt in einem engen Thale an der Werra, Station der Linie Eisenach-Lichtenfels der Werrabahn und der Linie Schweinfurt-M. der Bayrischen Staatsbahn, ist Sitz sämtlicher Oberbehörden des Landes, eines anstalt, der Mitteldeutschen Kreditanstalt, der Deutschen Hypothekenbank und der Direktion der Werraeisenbahn, hat ein Gymnasium, ein Realgymnasium und ein Lehrerinnenseminar und zählt (1880) 11227 meist prot. E. Die uralte Stadtkirche ist in neuester Zeit gänzlich umgebaut. In dem Schlosse, von Herzog Bernhard 1682 angelegt und dessen Gemahlin zu Ehren Elisabethburg genannt, befinden sich verschiedene Kunstsammlungen und in einem besondern Lokal das den Regierungen von Preußen, Sachsen-Weimar und Sachsen-Meiningen gemeinschaftliche hennebergische Gesamtarchiv. In einem Seitenflügel steht die 30000 Bände umfassende Bibliothek. Das Hoftheater ist in ganz Deutschland durch seine Vorstellungen berühmt. Sammlungen des Hennebergischen altertumsforschenden Vereins sind im neuen Rathause. Der Englische Garten des Herzogs ist einer der schönsten in Deutschland. Am 5. und 6. Sept. 1874 zerstörte eine Feuersbrunst den dritten Teil der Stadt, der seitdem schöner wieder aufgebaut ist. Eine Hauptzierde der Umgebung Mis ist die 5 kmuentfernte Burg Landsberg (s. d.), der Herrenberg und der Friedhof. Etwa 8 Em südlich der Stadt liegt das Dorf Bauerbach (s. d.), bekannt durch Schillers Aufenthalt 1782 —83, dicht unter der umfangreichen Burgruine Dl.N Stammsitz der Grafen von Henneberg. Vgl. M. und seine Umgebungeny (Meiningen 1842); Führer durch die Residenzstadt M. und ihre Umgebungeno (Meiningen 1885).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 588Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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