FeedForteguerri (Niccolo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Forteguerri (Niccolo), ital. Dichter, besonders bekannt durch das komisch-satirische Epos Ricciardettoy, geb. 25. Nov. 1674 zu Pistoja, erhielt seine Erziehung in Pisa und ging dann nach Rom, um die geistliche Laufbahn einzuschlagen. Als Prälat am Hofe Clemens' XI. lebte er indes, wie so viele seines Standes, mehr den schönen Wissenschaften und der Poesie als einer klerikalen Thätigkeit. Er starb in Rom 17. Febr. 1735. Seine Canzonen haben keinen großen Wert. Der Held seines komischen Epos in 30 Gesängen, welches ihn berühmt gemacht hat und worin er besonders die verderbten Sitten des Klerus verspottet, ist Richardett, eins der Haimonskinder. Im Druck erschien es erst zwei Jahre nach des Verfassers Tode, und zwar unter dem Namen Carteromaco, den schon F.s Vorfahr, Scipio, den seinigen gräcisierend, geführt hatte (2 Bde., Vened. 1738 u. öfter; beste Ausg., 3Bde., Mail. 1813; deutsch am besten von Gries, 3 Bde., Stuttg. 1831—33). Die übrigen Gedichte F.s erschienen in Genua, Florenz und Pescia, seine übersetzung des Terenz in versi sciolti sehr schön ausgestattet zu Urbino (1736) und zu Mailand (1782).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 32Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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