Menippus, Cyniker, in Gadara in Palästina geboren, soll sich durch Wucher ein bedeutendes Vermögen erworben, dasselbe aber wieder eingebüßt und sich aus Gram über diesen Verlust erdrosselt haben. Er behandelte Gegenstände aus dem Gebiete der praktischen Philosophie in heiterm Tone, wobei er, wie es scheint, abwechselnd von der prosaischen zur metrischen Form überging. Der Römer Varro (s. d.) verfaßte dann nach seinem Vorbilde unter dem Namen Satira Menippea eine besondere Art von Satiren, von denen sich noch manche Bruchstücke erhalten haben. Deutlicher tritt M.' Schreibweise aus Dialogen des Lucian entgegen, der, wie er selbst sagt, M. nachgeahmt und in einigen Dialogen sich ihm eng angeschlossen hat. Über das Leben des M. und das Wesen der nach ihm benannten Menippeischen Satire handeln Oehler in Marci Terentii Varronis saturarum Menippearum reliquiaen (Quedlinb. 1844) und Fritzsche, M. und Horazo (Güstrow 1871).