FeedMentone lital.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Mentone lital.), Menton (frz.), Seestadt im franz. Departement der See-Alpen, an der ital. Grenze, 21 km im Nordosten von Nizza und 9,25 Km jenseit Monaco, durch die Cornichebahn mit Genua und Toulon verbunden, erhebt sich amphitheatralisch an einer reizenden, von Citronen-und Orangenanlagen beschatteten Bucht, welche durch eine mächtige Felswand der See-Alpen vor rauhen Winden geschützt ist. Der zwischen Kap Martino und Kap Della Murtola gelagerte Ort hat in seinem obern alten Teile enge Gassen, hohe Häuser, düstere Arkaden und alte Festungsmauern, während der neue Stadtteil längs des See-Ufers aus einer schönen Straße besteht. Außer den zwei kath. Kirchen hat die Stadt auch eine 1875 erbaute deutsche evang. Kirche, ein Kommunal-College, eine Bibliothek, einen Cerele mit Konzert⸗ und Ballsaal, einem kleinen Theater und Lesezimmern, mehrere Hotels und Pensionate, sowie als Promenade eine neuerdings am Meere angelegte Allee von Palmbäumen und exotischen Pflanzen. Die Stadt zählt (1881) 9921 E., die sich mit Fertigung von Essenzen, Nudeln und feinen Tischlerwaren, sowie mit Schiffbau und Schiffahrt beschäftigen. Ungeachtet kein eigentlicher Hafen vorhanden, wird doch ein lebhafter Handel getrieben, der Citronen, Orangen, Feigen, Blüten zu Parfümerien, Cerealien, Fische zur Ausfuhr bringt. Wegen des sehr milden und beständigen Klimas wird die Stadt vielfach von Brustleidenden aus dem Norden aufgesucht und ist einer der besuchtesten klimatischen Kurorte Europas. Empfohlen wird M. bei Lungentuberkulose im ersten Stadium, bei Bronchitis, chronischen Katarrhen, Rheumatismus, Gicht und Skrofelsucht; für nervöse Personen ist der Aufenthalt in M. durchaus nicht geeignet. Längs der Bucht sind auf beiden Seiten Logierhäuser und Villen, ein Kurhaus, Brücken u. s. w. angelegt. — M. gehörte seit 1346 zum Fürstentum Monaco (s. d.), stand seit 1849 nebst der 5,s EKm im Südwesten gelegenen Gemeinde Roccabrunga oder Roquebrune unter sardin. Verwaltung und wurde nebst Roccabruna vom Fürsten von Monaco im Vertrag vom 2. Febr. 1861 gegen eine Entschädigung von 4 Mill. Frs. an Frankreich abgetreten. Vgl. Stiege, M. und sein Klimao (Berl. 1868); Brown, „Wintering at M. on the Rivieran (Lond. 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 627Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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