Monäco, lleines ital. Fürstentum, an der ligurischen Küste des Mittelmeers gelegen und von dem franz. Depart. der See-Alpen umgeben, ist gegenwärtig auf das Gebiet der gleichnamigen Stadt beschränkt und hat ein Areal von 21,6 àkm mit einer Bevölkerung von (1883) 10 108 E. Seine Verfassung ist monarchisch-absolut. Der Fürst vereinigt die gesetzgebende und vollziehende Gewalt in seiner Hand und ist an sich souverän, steht jedoch seit Jahrhunderten in Schutzverhältnissen zu fremden Staaten. Die Haupterzeugnisse des Ländchens, welche auch ausgeführt werden, sind Citronen, Ol, Orangen, u. s. w. Die Stadt Monaco Glienserus oder Parfümerien, Liqueure, künstlerische Töpferwaren Herculis Monoeci Portus im Altertum), mit 2879 E., Station der Linie Marseille-Mentone der Paris⸗-Lyon-Mittelmeerbahn, liegt unweit von Nizza, auf einer mit Kaktus und gegen das Meer hin mit südlicher, fast afrikan. Vegetation bewachsenen, auf der Spitze mit Befestigungen bekränzten, 380 mlangen, gegen 60 m hohen Felsenmasse, hat ein Schloß von guter Bauart, Seebad und einen Hafen. Das Klima ist äußerst mild und dem von eizza gleich. Das nahe Dorf Turbia besitzt eine großartige Ruine aus der Römerzeit, gewöhnlich die Trophäen des Augustus genannt. Im Besitz des Fürstentums M. war seit 968 die Familie Grimaldi (s. d.). Es kam 1450 unter ographische Lage von Monaco. spanische, im Traktat zu Péronne von 1641 unter franz. Oberhoheit. Unter dem Enkel des letzten Grimaldi, Honoratus IV., wurde das Fürstentum M. 14. Febr. 1793 mit der Republik Frankreich vereinigt. Im Frieden zu Paris von 1814 wurde es, unter den frühern Verhältnissen zu Frankreich, an Honoratus IV. zurückgegeben, im Pariser Vertrage vom 20. Nov. 1815 aber das Schutzverhältnis auf Sardinien übertragen. Der Fürst Honoratus V., der 1819 seinem Vater folgte, verfaßte die Schrift Kliber den Pauperismus in Frankreich und die Mittel gegen denselbeno (Par. 1839). Ihm folgte 1841 sein Bruder, Florestanl. Diesem succedierte dessen Sohn, Karl III. (geb. 8. Dez. 1818, vermählt 1846 mit Fürstin Antoinette Ghislaine, Gräfin von Merode, Witwer 1864), 20. Juni 1856. Der Sohn dieses Fürsten ist der Erbprinz Albert, geb. 13. Nov. 1848. Nach der Annexion Nizzas an Frankreich trat der Fürst durch den Vertrag vom 2. Febr. 1861 die Gemeinden Mentone und Roccabruna ebenfalls an Frankreich ab, wofür eine Geldentschädigung von 4 Mill. Frs. gewährt wurde. Durch einen weitern Vertrag vom 9. Nov. 1865 kam eine vollständige Zolleinigung mit Frankreich zu Stande. Bei der nahen Eisenbahnstation Monte-Carlo befindet sich in dem großartigen, von den schönsten Anlagen umgebenen Kasino die Spielbank zwischen zahlreichen Villen.