Mephistopheles, eine Benennung des Teufels oder des bösen und verneinenden Prinzips. Die alten Formen dieses Namens sind schwankend. Die Volksbücher und Puppenspiele haben teils schon die jetzt übliche 0 M., teils Mephistophiles, teils Mephistophilis. Shakspeare hat in den Lustigen Weibern von Windsory Mephistophilus, arlowe in seinem «Faust Mephistophilis. Ebenso schwankend ist daher auch die etymolog. Ableitung. Die Form Mephistophiles oder Mephostophilis weist auf uνοοστοαινα: der das Licht nicht Liebende; die Form Mephistophiles weist auf eine Zusammensetzung des lat. mephitis und des griech. Hes: der die höllischen mephitischen Gerüche Liebende. Die wahrscheinlichste Ableitung aber geht auf das Hebräische zurück. Danach ist das Wort eine Verbindung der beiden Partizipien mephir (d. h. Zerstörer, Verderber) von par, und tophel (Lügner) von taphal. Goethes M. hat mit dem Teufel der alten Volkssagen wenig oder gar nichts gemein. Besonders im ursprünglichen Faust-Fragment ist M. eine ganz individuelle Gestalt, der nur so viel von den Zügen des mittelalterlichen volkstümlichen Teufels beibehalten hat, als sich mit echt dichterischer menschenmöglicher Individualität verträgt, ein immer nur auf die derbe Wirklichkeit gerichteter Gesell, der die himmelstürmende Überschwenglichkeit Fausts ironisiert. Erst in der spätern Fortführung und Überarbeitung des ersten Jugendentwurfs ist die keck humoristische Gestalt des M. metaphysisch vertieft worden; erst hier erscheint er als ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schaffto, als eder Geist, der stets verneinto.