FeedMenzel oder Mentzel (Friedr. Wilh.)
GeschichteBrockhaus 1882

Menzel oder Mentzel (Friedr. Wilh.), Geh. Sekretär und Kanzlist in dem königl. kurfürstl. Kabinett zu Dresden, geb. um 1726, bekannt durch seinen Verrat diplomatischer Verhandlungen, wodurch er zum beschleunigten Ausbruche des Siebenjährigen Kriegs beitrug. König Friedrich II. von Preußen hatte Grund, zu vermuten, daß zwischen den Höfen von Petersburg, Wien und Dresden Unterhandlungen gegen ihn gepflogen würden, und gab deshalb seinem Gesandten am sächs. Hofe den Auftrag, ihm darüber Licht zu verschaffen. Ein Zufall machte den Gesandten mit M. bekannt, der für große Summen dem preuß. Gesandten Abschriften von der geheimen Korrespondenz lieferte, welche zwischen Sachsen, Rußland und Hsterreich in Bezug auf Preußen geführt wurde. Während einer Reise im Gefolge des Kurfürsten August III. von Sachsen nach Warschau kam man endlich seinem Vergehen auf die Spur. Er suchte sich durch die Flucht zu retten, kam aber nur bis Prag, wo er festgenommen und nach Brünn, 1763 aber nach dem Königstein gebracht wurde. Hier lebte er in strenger Haft und starb im Mai 1796.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 629Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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