Merian, namhafteKünstlerfamilie; berühmt sind: Matthäus M. der Altere, geb. zu Basel 1593, lernte bei Dietr. Meyer in Zürich und bei Johann Theodor de Bry zu Oppenheim, der nachmals sein Schwiegervater wurde, und lebte längere Zeit in Paris. Später ließ er sich in Frankfurt a. M. nieder, wo er Radierer war und einen starken Kunsthandel trieb; er starb zu Schwalbach 19. Juni 1650. Am berühmtesten wurde er durch seine Abbildungen der wichtigsten Städte Europas, besonders Dentichlands, die er mit Beschreibung unter dem Titel «Topographieno erscheinen ließ, und die auch nach seinem Tode fortgesetzt wurden (30 Bde., Frankf. 1640—88; nebst Register, 1726). Die von ihm selbst nach der Natur gezeichneten Städteansichten, namentlich die perspektivischen, sind trefflich gehalten, ebenso seine frühesten Landschaften; da aber seine Unternehmungen allmählich eine ungeheuere Ausdehnung gewannen, so wurde das meiste von Gehilfen zum Teil nachlässig und schlecht ausgeführt. Doch sind seine Topographieno ein historisch wichtiges Werk und noch jetzt geschätzt. Unbedeutender sind die vielen Geschichten, Schlachten, Ceremonien u. s. w., womit er eine Anzahl von Büchern illustrierte, so z. B. die Bibel, das Theatrum Europaeumo, Gottfrieds «Chroniks u. s. w. Sein Sohn, Matthäus M. der Jüngere, geb. zu Basel 1621, ein guter Porträtmaler, war ein Schüler von Joach. von Sandrart und Ant. van Dyck, hielt sich um 1644 in Rom auf und bereiste nachher England, die Niederlande und Frankreich. Er starb 1687 zu Frankfurt. Ein zweiter Sohn, Kaspar M., übte die Atzkunst, jedoch nicht mit der Geschicklichkeit des Vaters. Des jüngern Matthäus M. Sohn, Johann Matthäus M., bildete sich ebenfalls nach den großen Niederländern und starb zu Frankfurt 1716. Des ältern Matthäus M. Tochter, Maria Sibylla M., verehelichte Graff, geb. zu Frankfurt a. M. 2. April 1647, gest. zu Amsterdam 13. Jan. 1717, machte sich gleichfalls als Künstlerin berühmt. Sie lernte bei ihrem Stiefvater Jak. Morrels oder Marrel und bei Abr. Mignon und erlangte einen großen Ruf durch die ausgezeichnete Weise, mit welcher sie Blumen, Schmetterlinge, Raupen, Mücken und Insekten aller Art in Wasserfarben, meist auf Pergament malte. Aus Liebe für dieses Fach ging sie von Holland aus, wohin sie sich aus Religionseifer begeben, nach Surinam, um die Verwandlungen der dort einheimischen Insekten zu beobachten. Sie verweilte daselbst zwei Jahre und zeichnete eine Menge Insekten, Pflanzen und suer auf Pergament. Unter der großen Zahl ihrer Werke, zu denen sie die Kupfer selbst gestochen hat, sind zu nennen: „Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrungo (2 Bde., Nürnb. 1679—83) und Metamorphosis insectorum Surinamensiumo (Amsterd. 1705).