Merlin de Thionville (Antoine Christophe), Mitglied des franz. Konvents, geb. 13. Sept. 1762 zu Thionville, war Advokat in Metz, wurde 1791 als Offizier der Bürgergarde von Thionville nach Paris deputiert und vertrat dann das Moseldepartement in der Gesetzgebenden Versammlung. Er zählte zu den eifrigsten Mitgliedern des Jakobinerklubs und saß im Konvent unter den Häuptern des Bergs. Während des Prozesses Ludwigs XVI. war er als Konventskommissar in Mainz, dessen Verteidigung gegen die Alliierten er mit großer Tapferkeit leitete. Als der Platz fiel (24. Juli 1793), ward er des Verrats angeklagt, aber freigesprochen. Im Herbst kämpfte er in der Vendée, nahm dann seinen Platz im Konvent wieder ein, wo er jetzt eine gemäßigtere Richtung vertrat. Am 1. Aug. 1794 ward er in den Sicherheitsausschuß gewählt, am 17. zum Präsidenten des Konvents ernannt. Seitdem war er eifriger Gegner der Jakobiner. Im Okt. 1794 nahm er wieder als Konventskommissar am Rheinfeldzug teil, gehörte dann zu dem Rat der Fünfhundert und wurde später Generalverwalter der Posten. Da er sich gegen das Konsulat auf Lebenszeit erklärte, verlor er diese Stelle. Er starb zu Paris 14. Sept. 1833. Vgl. Reynard, Vie et correspondance de M. (Par. 1860).