Mermillod (Kaspar), Bischof von Lausanne, geb. 22. Sept. 1824 zu Carouge im Kanton Genf, studierte im Jesuitenkollegium zu Freiburg in der Schweiz und erhielt 1847 die Priesterweihe. Als Pfarrvikar erwarb er sich in Genf den Ruf eines bedeutenden Kanzelredners und gründete zur Vertretung der kath. Interessen das politische Blatt (L'Observateur catholiques und die gelehrte Zeitschrift Annales catholiquesv. Im Juni 1864 wurde M. zum Stadtpfarrer und Generalvikar von Genf ernannt, Sept. 1864 in Rom zum Bischof von Hebron i. p. i. Mailh und darauf vom Bischof von Lausanne, Marilley, zum Delegaten mit voller bischöflicher Befugnis bestellt. Der Staatsrat von Genf erkannte jedoch die besondere Mission M.s nicht an, da dieselbe in Widerspruch stehe mit der Abgrenzung der Diöcesen (wonach Genf zur Diöcese Lausanne gehöre). M. niur trotzdem bischöfliche Funktionen und wurde deshal Okt. 1872 von der Staatsbehörde seines Pfarramts entsetzt. Papst Pius IX. ernannte ihn 16. Jan. 1873 zum apostolischen Vikar von Genf; der schweizer Bundesrat erklärte diese Ernennung für nichtig und verfügte 17. Febr. M.s Ausweisung. M. lebte seitdem in Frankreich. Am 15. März 1883 wurde er vom Papst zum Bischof von Lausanne ernannt, womit die Bestellung zum apostolischen Vikar in Genf aufgehoben ward. Der Bundesrat nahm hierauf das Verbannungsdekret zurück.