FeedMessäla Corvinus (Marcus Valerius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Messäla Corvinus (Marcus Valerius), röm. Redner und Geschichtschreiber, ein Gönner und Freund des Tibullus, geb. um 65 v. Chr., erhielt seine Bildung zu Athen. Nach seiner Rückkehr schloß er sich der republikanischen Partei an und nahm selbst an dem Kampfe gegen Octavianus bei Philippi teil, trat aber später zuerst zu Antonius und dann zu Octavianus über. Als Konsul (31 v. Chr.) nahm er am Attischen Kriege als Flottenführer teil. Hierauf erkämpfte er sich einen Triumph in Gallien, der 27 v. Chr. gefeiert wurde. Auch war er an der Ordnung der Angelegenheiten in Asien beteiligt, als Augustus dem Antonius in den Orient und nach Agypten gefolgt war. Zuletzt lebte er vorzugsweise den Wissenschaften. Er starb um 9 n. Chr. Von seinen Reden, die sich durch würdevolle Sprache auszeichneten, haben sich wenige Bruchstücke erhalten, welche Meyer in „Oratorum Romanorum fragmentay (2. Ausl. Zür. 1842) zusammengestellt hat. Außerdem hat er, vielleicht griechisch geschriebene, Denkwürdigkeiten, griech. Gedichte, auch eine Schrift De Romanorum familiiso verfaßt, die aber alle verloren sind. Das früher ihm beigelegte De progenie Augusti „ ist offenbar ein Machwerk des 15. Jahrh. Außer den Gedichten des Tibull zu Ehren des M. gibt es noch ein solches von einem unbekannten Verfasser unter den sog. Virgilischen Katalekten. Vgl. die Schriften über ihn von Wiese (Berl. 1849), Valeton (Groningen 1874), Fontaine (Versailles 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 646Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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