FeedMäcenas (Gajus Cilnius)
GeschichteBrockhaus 1882

Mäcenas (Gajus Cilnius), ein röm. Ritter, aus vornehmem Geschlecht Etruriens entsprossen, der Günstling des Augustus und Gönner des Horatius und Virgilius, gelangte, obgleich er niemals eins der hohen Ehrenämter bekleidete, zu großem Ansehen durch das Vertrauen des Augustus, für welchen er wiederholt Aufträge, namentlich diplomatischer Art, besorgte, und der ihn als seinen Stellvertreter während seiner Abwesenheit 36—35, 31—30 und 26—25 v. Chr. bevollmächtigte. Am bekanntesten ist M. durch die Unterstützung, die er Männern von Talent und feiner Bildung, besonders den damaligen ausgezeichnetsten Dichtern, teils aus eigenen Mitteln, teils dadurch, daß er sie dem Augustus empfahl, zuteil werden ließ. Im allgemeinen sind freilich seine Verdienste um Beschützung und Förderung der Künste und Wissenschaften, abgesehen von den zuweilen eigennützigen Beweggründen, sehr übertrieben worden. Nach Beendigung der Bürgerkriege lebte M. meist von den Geschäften zurückgezogen in seinem prachtvollen, mit Gärten umgebenen Palast auf dem esquilinischen Hügel. Er starb 8 v. Chr. Vgl. unter den vielen Schriften über M. besonders: Weber, «über den Charakter des M. » in Jahns Jahrbüchern für Philologie und Pädagogiks (Supplementbd. 9, Lpz. 1843); Frandsen, M., eine histor. Untersuchung über dessen Leben und Nach ihm nennt man noch jetzt Mäcen einen Gönner und Beschützer der Wissenschaften und Künste. Maeer (Amilius), ein röm. Dichter aus Verona, der 17 v. Chr. in Asien starb, wird namentlich als Verfasser eines Gedichts über die Vögel: Ornithogoniao, und über die Schlangen: KTheriaca genannt. Doch ist von seinen Gedichten keins mehr vorhanden. Das ihm beigelegte Gedicht De naturis herbarumo, herausgegeben von Choulant (Lpz. 1832), ist von dem franz. Arzt Odo Magdunensis (aus Meun-sur-Loire) im 11. Jahrh. Zu unterscheiden ist vom vorigen ein anderer M., ein Freund des Ovidius, der Antehomericao und Posthomerica, wahrscheinlich in Nachahmung des cyklischen Epos, verfertigte. Derselbe ist wohl identisch mit dem Pompejus M., dem Augustus die Einrichtung von Bibliotheken übertrug, und der sich, als unter Tiberius seine Schwiegertochter wegen Majestätsverbrechens zur Verbannung verurteilt war und seinem Sohne und ihm die Verurteilung bevorstand, 33 n. Chr. mit diesem den Tod gab.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 305Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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