FeedGallus (Cornelius)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gallus (Cornelius), röm. Feldherr und Dichter, Freund des Virgil und Ovid, geb. 69 v. Chr., wurde durch Augustus aus niedrigem Stande emporgehoben. Er befehligte eine Heeresabteilung in der Schlacht bei Actium, focht dann in AÄgypten glücklich gegen Antonius und erhielt zuletzt 30 v. Chr. die Statthalterschaft des eroberten Landes. Üübermütig gemacht durch sein Glück, ließ er im ganzen Lande Bildsäulen von sich errichten, seine Thaten sogar an den Pyramiden verewigen und sich zu Außerungen gegen Augustus hinreißen. Anfangs von einem verräterischen Freunde bei Augustus, später von vielen andern bei dem Senat angeklagt und auch beschuldigt, die Provinz ausgesaugt und sich bereichert zu haben, wurde er mit Verlust des Vermögens zur Verbannung verurteilt und endete dann 26 v. Chr. durch Selbstmord. G. hat zuerst alexandrinische Elegiker, darunter namentlich Euphorion, in lat. Elegien nachgeahmt. Seine Gedichte, an denen Quintilian eine gewisse Härte rügt, sind sämtlich untergegangen. Die unter Gened Namen zuerst von Pomponius Gauricus (Vened. 1501) bekannt gemachten sechs Clegien sind im 6. Jahrh. von einem gewissen Maximianus gedichtet. Die von dem jüngern Aldus Manutius 1590 zuerst herausgegebenen, G. zugeschriebenen Distichen und Epigramme, abgedruckt in Wernsdorfs «Poetae Lat. minores (Bd. 3) und in Rieses Anthologia Latinao sind Produkte des 16. Jahrh. Vgl. Chatelain in der Revue de Philologien (Bd. 4). Von diesem G. benannte Becker seine Darstellung des häuslichen Lebens der Römer: 4G. oder röm. Scenen aus der Zeit Augustso (4. Aufl. von Göll, Berl. 1880 -82).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 496Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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